«

»

Euro noch in der Krise?

 

 Aus den Nachrichten fast verschwunden ist die Euro-Krise. Schwächelt der Euro noch oder ist alles überwunden? Der Kurs lässt Stabilität vermuten. Fachleute warnen aber vor zu viel Zuversicht. Auf was sollte der Trader am Forex achten. Welche Informationen gehören nach wie vor in die Fundamentalanalyse?

.

Die Krisenländer

Lange war Griechenland in den Wirtschaftsnachrichten auf Platz 1. Die Situation hat sich zwar leicht verbessert aber Tatsache ist, das das nächste Hilfspaket mit über acht Milliarden Euro freigegeben wurde. Frankreich durchlebt zur Zeit eine nicht zu unterschätzende Krisensituation. Die Wahlen vor wenigen Tagen haben das noch einmal deutlich gemacht. Positiv ist jedoch, das Spanien und Irland den Rettungsschirm verlassen haben. Eine neue Regierung in Italien macht Hoffnung auf mehr Stabilität.

 

Aktuelle Probleme im Euroraum

Der Trader muss bei der Bewertung des Euro sein Augenmerk auf Fundamentaldaten wie Beschäftigung, Staatsverschuldung und Steuereinnahmen lenken. Die Verschuldung der Euroländer ist astronomisch hoch. Das könnte irgendwann zu einer massiven Geldentwertung, sprich Inflation führen. Abgesehen von Deutschland sind durch eine schwächelnde Wirtschaft zudem noch die Steuereinnahmen weiter gesunken. Die Zahl der Arbeitslosen konnte nicht gesenkt werden.

 

Eurowerte

 

 

Wirtschaftspolitische Reformen kommen nicht in Gang oder wurden zu wirkungslos angesetzt. Die Wirtschaft in den meisten Euroländern könnte einen Schub gebrauchen. Die Kreditvergabe der Banken lässt viele Wünsche offen. Noch in dieser Woche wird sich die EZB erneut zu den Leitzinsen äußern. Es bleibt ab zu warten, ob von hier aus noch Signale gesendet werden können.

 

 

 

Finanzpolitik im Euroraum

Die Regeln auf finanzpolitischem Gebiet benötigen dringend mehr Vereinheitlichung. Jedes Euroland kocht noch zu sehr sein eigenes Süppchen. Ein Mechanismus der in allen Ländern gleichermaßen greift muss dringend gefunden werden. Es genügt nicht eine gemeinsame Währung zu haben, es bedarf auch gleicher Bedingungen in Wirtschafts- Finanz- und Fiskalpolitik.

Gemeinsame Institutionen müssen geschaffen werden, die länderübergreifend bei der Bewältigung von Verwerfungen und Krisenerscheinungen handeln und entscheiden können.Auch der Bankensektor ist noch zu anfällig für Krisen. Die vor wenigen Tagen getroffenen Reglungen sind eher Makulatur und keine Maßnahmen für eine Krisenfestigkeit. Die Bilanzen sind noch voll fauler Positionen und die Eigenkapitalquoten erscheinen eher lächerlich.Es gibt jetzt nur kleine Schritte in die richtige Richtung. Der Bankenrettungsfonds und die europäische Bankenaufsicht sind positiv zu werten aber ungenügend.

.

Fazit

Jedem Trader sei geraten besonders hellhörig zu sein, wenn es um den Leitzins, die Entwicklung des BIP, den Arbeitslosenzahlen und Zahlen von neu geschaffenen Arbeitsplätzen geht. Auch die Angaben zum Vertrauen der Wirtschaft und der Verbraucher geben wichtige Argumente für Handelsentscheidungen der Trader.