Muss die EZB jetzt handeln?

Für die Wirtschaft ist es wichtig investieren zu können. Dafür werden Kredite benötigt. Steigende Preise bremsen die Nachfrage nach Konsumgütern und reduzieren dabei die Möglichkeiten für die Unternehmen Umsätze zu realisieren. Gibt es nun negative Informationen für den Sektor Investitionen und Konsumerwartungen, stellt sich die Frage, ob die EZB handeln muss, um den Euro stabil zu halten.

 

Aktuelle Meldungen für die Euro Zone

Eben machen folgende Meldungen die Runde. Die Banken in der Euro-Zone haben ihre Kredite an Firmen und Privathaushalte im Oktober noch stärker zurückgefahren als im September. Die Kreditvergabe schrumpfte um 2,1% (September: 1,9%) zum Vorjahresmonat. Analysten hatten lediglich ein Minus von 1,8 Prozent vorausgesagt.

Das Wachstum der für die Zinspolitik der EZB wichtigen Geldmenge M3 lag bei 1,4% (2,1%). Im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (August bis Oktober) erhöhte sich M3 um 1,9% (2,2%). M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit. Eine stark wachsende Geldmenge signalisiert jedoch eine potenzielle Inflationsgefahr.

 

Bedeutung dieser Werte für den FOREX

Die EZB hatte eben erst den Leitzins auf einen historischen Tiefstwert gesenkt. Ziel ist eine bessere Versorgung der Wirtschaft mit Krediten. Scheinbar kamen Signale vorangegangener Senkungen nicht an und es gilt zu zweifeln, das diese Senkung ihr Ziel erreicht. Für den Devisenhandel stellt sich nun die Frage, ob die Stärkung des Euro und Werte um 1,36 gerechtfertigt sind. Erschwerend kommt hier hinzu, das auch die Geldmenge gewachsen ist und das ein Vorzeichen über die Inflation für sinkende Nachfrage sein kann. Trader sind aufgerufen ihre Handelsstrategie zu überprüfen. Ein aktueller Wert, der in die gleiche Kerbe schlägt ist die gestiegene Anzahl Arbeitsloser.

 

Möglichkeiten der EZB

Die EZB hat folgende Möglichkeiten bereits ins Auge gefasst. Die Erhebung von Negativzinsen auf Einlagen der Banken wird diskutiert und eine zweckgebundene Kreditvergabe an die Banken. Das erst genannte Mittel wird als eher ungeeignet gesehen, da die Kosten dafür von den Banken auf ihre Kunden abgewälzt werden könnten. Eine zweckgebundene Kreditvergabe scheint eher ein relevantes Mittel zu sein um den Trend der sinkenden Kreditvergabe an Unternehmen entgegen zu wirken. Auf jeden Fall könnte als sicher gelten, das die EZB reagieren wird. Der Devisenhändler sollte die Augen und Ohren offen halten und auf Anzeichen achten, die solche Schritte ankündigen könnten.

 

In diesem Zusammenhang gilt die Empfehlung für den Handel beim Währungspaar EUR/USD auch die Nachrichtenlage aus den USA im Blick zu behalten. Es ist ein Tapering angekündigt. Es gilt noch nicht gesichert, wie sich diese Maßnahme mit der volkswirtschaftlichen Entwicklung in Einklang bringen lässt. Auswirkungen auf die US Wirtschaft und die Weltwirtschaft gelten als unklar. Analysten erwarten diesen Schritt Anfang 2014.